Der Exhibitionist
Beschreibung des Kunstwerks
Das schmale, witzige Gemälde eines Exhibitionisten ist ein Blickfang, ideal als Austauschbild, um es ab und zu als Überraschung zu zeigen, je nachdem, wer kommt. Das schmale Kleingemälde lebt von der humoristischen Wirkung und der „Kühnheit“ der Idee. In einer Zeit allerdings, wo die Auffälligkeit auch in der Kunst zu einem Marktwert wurde, kann von Kühnheit eigentlich keine Rede mehr sein. Die lächerliche, lustige Wirkung und die reale Ächtung der von solchen Zwangshandlungen Betroffenen sind aber sehr konträre Aspekte. Dem Maler würde nicht gefallen, wenn der Eindruck entstünde, daß er sich auf Kosten einer ohnehin gestraften Minderheit öffentlich lustig machen möchte.
Die lyrische Miniatur thematisiert den Spagat zwischen Witz und realer Problematik. Das Problem besteht wohl darin, daß die Betroffenen den Schreck und die Empörung der Passanten brauchen. Es würde ihnen nicht genügen, sich irgendwo versteckt im Walde zu entblößen. Trotzdem darf man Spaß am Witz des Bildes haben - ohne das andere zu vergessen.
Spontane Wirkung, Austauschbild
In einem Schaufenster der City (keine Galerie) hing das heftige Bild für ein paar Wochen. Man sah davor ständig lachende Gesichter. Doch an der eigenen Wand hinterm Sofa oder überm Bett, da will man es dann doch nicht täglich sehen.
Doch täglich muß es ja nicht sein! Du könntest dieses Kunstbild kaufen zusammen mit einem andern schmalen. Den Exhibitionisten könntest Du nur ab und zu als Überraschung zeigen, je nachdem, wer kommt. Es ist ein ideales Austauschbild mit hohem Überraschungspotential. Besuchern bietet Du so öfter etwas Neues zum betrachten. Nur sollte es dann auch als neu auffallen. Beim Bild des Exhibitionisten wäre das zumindest kein Problem. Wenn Dir der Wechsel des Erscheinungsbildes der Wohnung ein Bedürfnis ist, gibt es kaum andere Möglichkeiten. Du kannst ja nicht die Möbel nur um des Wechsels willen austauschen.
Das befremdende Thema
Das ausgefallene Thema war nicht geplant. Es ergab sich „nebenher“ durch Malen dessen, was zufällig erzeugte Formen der Struktur andeuteten. Es ist das Bild eines Mannes mit Hut, Sonnenbrille und einem viel zu großen Mantel. All das ist für den Protagonisten praktisch und nötig zum gebotenen Verbergen des Gesichtes und Anderem. Das Gesicht trägt wesentlich zur Komik bei. Der Mann wirkt stilisiert und puppenhaft, fast wie eine Karikatur eines Exhibitionisten – doch anstelle reiner Komik tritt eine ambivalente Atmosphäre:
Die Bildkomposition kreist um das zentrale Symbol des zu großen Mantels. In der Kunst steht der Mantel oft für Rolle, Schutz oder Status. Hier jedoch ist er leer, überdimensioniert und offen – er trägt zur Entblößung bei. Die Figur scheint sich in einem Kleidungsstück zu befinden, das ihr nicht gehört – oder nicht passen will.
Die Nacktheit ist nicht erotisch, sondern beschämend, offen, entwaffnend. Sie steht für Identitätsverlust, Unsicherheit oder sogar für die Verletzlichkeit, die entsteht, wenn äußere Hüllen (Beruf, Geschlecht, Rolle) nicht mehr greifen. Die Androgynität betont, dass es sich um keine bestimmte Person handelt. Der Kontrast zwischen dem realistischen Detail (Brille, Bart) und der irrealen Inszenierung erschafft eine Art visuelles Psychogramm des Menschen hinter der Maske und unter dem Mantel.
Malstil und Farbwahl
Das Bild ist ein sehr schmales Gemälde im Hochkant-Format, primär gemalt mit Oxydabtönkonzentraten. Der Maler bedient sich in diesem ungewöhnlichen Bild einer Mischung aus Surrealismus, expressiver Figuration und karikaturartigem Stilmittelgebrauch. Die Farbpalette ist geprägt von bläulichen, grünlichen, aber auch beige und grauen sowie schwarzen Nuancen. Diese kühle und gebrochene Farbstimmung unterstreicht die melancholisch-entrückte Atmosphäre, in der die komische Figur nicht nur lacht, sondern gleichzeitig in ihrer Existenzfragilität entblößt erscheint. Der Kontrast zwischen coolem, humorvollem Sujet und verletzlicher Darstellung ist dabei bewusst inszeniert.
Die Technik dient nicht nur der Ästhetik, sondern unterstützt die inhaltliche Mehrdeutigkeit: Zwischen Ironie und Ernst, zwischen Oberfläche und Psychogramm, zwischen Überzeichnung und Entblößung. Der Stil ist keine comic art. Er erinnert vielmehr an eine visuelle Mischung aus magischem Realismus (realistische Details in unwirklichem Kontext) und psychologischer Malerei.
Wirkung und Verwendung des Gemäldes
„Der Exhibitionist“ ist kein Wohnzimmerbild im klassischen Sinne, sondern ein „Austauschbild“ mit Überraschungspotential. Wer das Bild betrachtet, fragt sich, ob man darüber lachen soll und darf? Das Wandbild würde gut in einem Ambiente passen, wo die Auffälligkeit wichtiger ist als die Seriosität im üblichen Sinne. Auch z. B. IT-Startup-Firmen, die sich Witziges an den Wänden ohne Imageverlust leisten können, wären Beispiele. Wer es aufhängt, setzt ein Statement – nicht zwingend politisch, aber durchaus kulturell.
Das sehr schmale Bild passt in schmale Wandnischen oder Zwischenräume und kann wechselweise platziert oder zeitweise präsentiert werden – etwa als „heimlicher Star“ für bestimmte Besuchsanlässe. Trotz der scheinbaren Leichtigkeit des Sujets bleibt das ungewöhnliche Gemälde ambivalent. Wer den Witz erkennt, aber auch die Brüche darin sieht, wird dieses Wandbild schätzen – nicht täglich, aber immer wieder neu.
Werkdaten
| Kunstwerk: | Der Exhibitionist |
|---|---|
| Nummer: | 50 |
| Künstler: | Ulrich Perret |
| Motiv: | provokative Kunst |
| Stil: | Humoristische Kunst, Karikatur |
| Motivfarbe: | blau, grün und Erdfarben |
| Hintergrundfarbe: | blau, türkis mit Textur |
| Maltechnik: | Gelenkte Farbverläufe, Näheres: Maltechnik |
| Malfarben: | Oxydkonzentrate und diverse Pigmente |
| Aufbau: | sehr schmale Platte einseitig bemalt |
| Material: | 4 mm Holzplatte |
| Rahmen: | rückseitiger Holzrahmen |
| Format: | sehr schmales senkrechtes Format, Größe 22 x 121 cm |
| Jahr: | 2005 |
| Art: | Original handgemalt |
| Zertifikat: | Signiertes Unikat mit Echtheitszertifikat |
| Unikat Preis: | 999 € |
| Druck Preis: | Druckkosten auf Anfrage, je nach Größe und Material wie Leinwand oder Alu Dibond |
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Story / Poem
Ulrich PerretBild für mutigen Käufer
Endlich erfahren nun auch sie, die Ehre eines frohen Bildes. Im Wartezimmer eines Anwalts wär es aber kaum die erste Wahl.
Doch dafür bräuchte selbst ein Urologe Mut, obwohl es dort doch passen würde.