Event Agentur

Beschreibung des Kunstwerks

Die „Event Agentur“ ist ein kleines Bild, doch elegant, attraktiv und witzig, so wie auch die Story, die zum Bild gehört. Es ist ein zweiteiliges Kunstwerk, das aus einem expressiven Gemälde und einem ironisch-humorvollen Gedicht besteht. Es thematisiert die Spannung zwischen Kunst und Kommerz, Selbstdarstellung und Echtheit, Performance und Persönlichkeit. Während das kleine Bild in einem experimentellen Stil zwischen figurativer Darstellung und abstrakter Symbolik angesiedelt ist, interpretiert es das begleitende Gedicht. Eigentlich erschließen sich hier Witz und Hintersinn von selbst. Wie man einen kurzen Witz durch eine umständliche Erklärung verderben kann, so auch ein kleines polemisches Bild durch die Analyse der Bedeutung. Aber sie muß ja nicht gelesen werden.

Die Story

„Rat des Event Managers“ ist eine kurze, satirische Erzählung in Versform. Sie schildert ein Gespräch zwischen einem Künstler und einem Eventmanager, der empfiehlt, Kunstwerke durch einen spektakulären Event bekannt zu machen. Eine sich langsam entkleidende junge Frau solle die Gemälde präsentieren. Die gesellschaftskritische Geschichte verweist pointiert auf reale Mechanismen der Kunst- und Eventszene. Das Szenario spiegelt die Realität der heutigen Kunst- und Medienwelt wider. Die Aufmerksamkeit wird oft über eine Inszenierung, über Showeffekte oder mediale Präsenz generiert wird und weniger über Inhalt und Wert. Der „Rat des Eventmanagers“ wirkt grotesk, aber zugleich realistisch und gibt den Druck wider, Kunst kommerziell verwertbar und publikumswirksam zu machen. Der Künstler verzichtet auf das Event, auch weil er vermutet, daß es eher zu Spott und hohen Kosten statt zu Verkäufen führt. Ulrich Perret gelingt mit wenigen Mitteln eine treffende Reflexion über unsere gegenwärtige Kultur – poetisch, bildstark und ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

Das Gemälde

Die schlichte Komposition ist geometrisch und minimalistisch mit klaren Linien aufgebaut. Sie zeigt das Model und das von ihr beworbene Gemälde. Das Gemälde ist somit vom Typ „Bild im Bilde“. Die sehr schlicht dargestellte Figur ist keine Portraitierte, sondern eine archetypische, symbolische Gestalt eines Models, nahe zur Karikatur: Sie steht frontal, im Zentrum des Hochformats, mit erhobenem Arm in einer theatralischen Pose im schwarzen Kleid, das sie aber bald abzustreifen droht. Sie ist flach, fast körperlos wie eine auf Papier flüchtig gezeichnete Figur, bewusst ohne räumliches Volumen. Ihre Körperhaltung und Mimik suggerieren die modeltypische Inszenierung eines performativen Aktes. Der Frauenkopf ist nur angedeutet, beinahe schablonenhaft, die Frisur ausgefallen, doch eher lächerlich. Diese verfremdende Stilisierung am Rande einer Karikatur ist ein zentrales Motiv des figurativen Expressionismus.

Das von ihr angepriesene Gemälde von Perret scheint in der Tat des Anpreisens wert zu sein. Es ist ein abstraktes monochromes Strukturbild ohne sichtbaren Rahmen. Seine Oberfläche wirkt wie in Goldtönen marmoriert und bildet einen Kontrast zur farblosen, abstrakten Frau. Alternativ wirkt es wie ein Bühnenvorhang, der darauf wartet, von ihr geöffnet zu werden.

Der komponierte Malstil ist flächig, dekorativ und reduziert, eine charmante Mischung aus Industrieästhetik und Handarbeit. Die Kombination des Schablonenhaften mit einer konträr wirkenden strukturierten Farbgebung macht es zu einem Paradebeispiel für zeitgenössische, abstrakte Kunst mit figürlicher Basis.

Wirkung und Verwendung des Gemäldes

Das Werk entstand im Jahr 2018, einer Zeit, in der soziale Medien und Performativität im Alltag zunehmend Thema wurden. Die #MeToo-Debatte, Diskussionen über Genderrollen in der Kunstwelt und die Kritik an der Eventisierung von Kultur bilden den Hintergrund.

Das Zusammenspiel der beiden Werkteile – Story und Bild – ist entscheidend für die Wirkung des Gesamtwerks. Die Erzählung des Eventmanagers liefert das ironisches Echo auf die Idee und Praxis der modischen Präsentation. Gleichzeitig widersetzt sich das Bild genau jener Logik – es zeigt keine Erotik oder plakative Anziehung, sondern setzt auf Reduktion, Symbolkraft und subversiven Witz. Der Künstler macht mit feinem Humor und künstlerischem Blick gesellschaftliche Phänomene sichtbar. Er nutzt Ironie, um Kritik zu üben, aber nie ohne Charme oder ästhetischen Reiz, ein kleines Kunstwerk, das große Fragen stellt.

Das kleine Bild eignet sich ideal für Räume, in denen Witz, Geist und Ästhetik aufeinandertreffen dürfen – etwa in Wohnräumen mit modernem Anspruch. Durch sein kleines Format passt es perfekt an ein kleines, freies Stück Wand und verführt dort zum Schmunzeln.

Werkdaten

Kunstwerk:Event Agentur
Nummer:193
Künstler:Ulrich Perret
Motiv:Frauenbild, witziges Bild und lustiges Wandbild
Stil:Bild-im-Bild-Gemälde, moderne Kunst, Karikatur, Polemische Kunst
Motivfarbe:Dominierend: gelb, Grautöne
Hintergrundfarbe:hell grau-blau-grün
Maltechnik:Zur Maltechnik
Malfarben:Acrylfarben
Aufbau:Platte einseitig bemalt
Material:8 mm Platte
Rahmen:Es bedarf keines Rahmens
Format:Hochkant, Größe 22 x 36 cm
Jahr:2018
Art:Original handgemalt
Zertifikat: Signiertes Unikat mit Echtheitszertifikat
Unikat Preis:VERKAUFT
Druck Preis:Druckkosten auf Anfrage, je nach Größe und Material wie Leinwand oder Alu Dibond

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Event Agentur
Event Agentur Nr. 193 Größe 22 x 36 cm

Story / Poem

Rat des Event Managers

Models präsentieren mit ihrem typischen Gehabe des Malers Bilder. Anfangs voll gekleidet, dann weniger und weniger,

Hoch wären Spesen und die Zahl von Gaffern. Ein Bild hingegen würde nicht verkauft. So etwa wäre es gekommen, hätt ich den Rat des Ereignismanagers zu Herzen mir genommen.