Nachtgedanken mit dem Ei

Er sitzt zu vorbestimmter Zeit am Abend an dem leeren Tisch für eine Stunde oder zwei und hält in seiner Hand ein Ei, dem Zeichen für Geburt, Beginn, ungestört von allem Tun.

und wartet einhalb im Schlaf auf der Gedanken Kunft. Zu allem, was den Geist bewegt, zu finden eine andre Sicht, die ganz anders ist als die, die er gekannt.

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Tief in sich versinken, um sich mit irgendetwas zu verbinden, das teils unvorhersehbar von weit her geflogen, teils im innern tief verborgen. Und dann warten, daß diese in und mit Dir sich vermählen. So etwa ist die Struktur von Mystik. Sie durchzieht des Malers Sinn, der dunkel meditiert, um dann als Traumbild lautlos im Gemälde zu versickern. Ich ende nun. Man könnte sonst für einen mystischen Sektierer mich noch halten.

Nachtgedanken mit dem Ei
Nr. 207 Größe 24 x 47 cm
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